Britischer Wohnstil

Wohnstil „living british“: Eleganz und Komfort

Lange Zeit stand die englische Lebensart in dem ungerechtfertigten Ruf, etwas „verstaubt“ zu sein. Die Bewohner des Vereinten Königreichs hätten zu lange an der überkommenden Lebensart aus Zeiten des Empires festgehalten, lautete der Vorwurf, der auch den britischen Wohnstil mit einschloss. Doch das Bild hat sich gewandelt. Auf der ganzen Welt entdecken die Menschen den Kolonialstil, den Countrystil und den Industrialstil, die gemeinsam den britischen Wohnstil ergeben, für sich – vereint dieser doch Eleganz und Komfort.

Der britische Wohnstil und seine beiden Wahrzeichen: Offener Kamin und Ohrensessel

Die Wahrzeichen des Wohnstils der Briten sind der offene Kamin und der Ohrensessel. Die Menschen aus dem Empire setzen schon ihre gesamte Geschichte auf offene Feuerstellen. Selbst, als es auf dem Festland fester Brauch wurde, gekachelte Kamine zu verwenden, behielten die Briten die offene Feuerstelle bei. Das Problem daran: Ein gekachelter Kamin verteilt über die Leitungen die Wärme, während eine offene Feuerstelle nur „nach vorne“ Hitze abstrahlt. Wenn man dem Feuer direkt gegenüber sitzt, wird so das Gesicht warm, doch die Ohren frieren, da ein Luftzug entsteht. Um diesem Problem Herr zu werden, erfanden die Briten im 17. Jahrhundert den Ohrensessel, bei dem sich die Rückenlehne auf der Höhe des Kopfes nach vorne verbreitert und auf diese Weise die Ohren vor dem Luftzug schützt.

Wohnstil aus England

© John Foxx/Stockbyte/Thinkstock

XL-Möbel für besonders wichtige Personen

1773 befand der vierte Earl von Chesterfield, dass es wenig würdig sei, wenn er und seine adligen Freunde entweder auf harten Holzstühlen sitzen müssten oder in den Sesseln und Sofas regelrecht versinken würden. Er wandte sich deshalb an seinen Polsterer und bat ihn, eine neue Couch zu entwerfen, die etwas härter sei und es den Adligen ermögliche, würdevoll mit geradem Rücken Platz zu nehmen. Dies war die Geburtsstunde des Stilikons (und des Chesterfield-Stils als Teil vom britischen Wohnstil). Im Laufe der Zeit wurde das Stilikon immer größer, weil Hotellobbys, die sich regelrecht in das Möbelstück verliebt hatten, mehr Sitzplätze brauchten. Die XL-Möbel entstanden, mit extra großer Sitz- und Liegefläche. In der Nähe steht oft mit dem „Stool“ das Multitalent der britischen Einrichtungskunst: Man kann auf der kleinen Sitzbank Platz nehmen, sie als Ablage verwenden oder als Fußstütze benutzen.


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