So gelingt der britische Einrichtungsstil

von Claudia - 13. September 2013, 12:20 Uhr

Der britische Stil steht für einen besonderen und sorgfältig ausgewählten Einrichtungsgeschmack. Entstanden ist er aus dem kulturellen Erbe und den langen Traditionen Großbritanniens heraus. Weil sowohl der angesagte Country Style, der luxuriöse Kolonialstil und das kühle Industrial Design von der Insel stammen, gilt der britische Einrichtungsstil als keinesfalls angestaubtes Leitbild zahlloser Raumdesigner auf der ganzen Welt.

Möbel: Lounge Chair und gepolsterte Sitzbänke

Der Lounge Chair benötigt in jedem britischen Wohnzimmer einen Begleiter: Gepolsterte Sitzbänke, dazugehörige Fußstützen und Ablagetische werden beim Lounge Chair positioniert. Diese Traditionsmöbel werden je nach Größe und Ausführung Box Ottoman oder Ottoman, Stool oder Footstool genannt. Sie werden als Abstellmöglichkeiten, zusätzliche Sitzgelegenheiten oder als bequeme Fußablagen genutzt.

Möbel: Traditionsreiche Sofas

Mädchen sitzt auf einem Sofa vor dem Kamin

Volles Holz und Naturmaterialien wie Leder, Naturstein oder Bambus, Möbelbezüge aus Naturseide oder weichem Leder, Steinböden mit sanft-farbigen Teppichen, Sekretäre, Wandschränke, Konsolen, Paravents und antike gusseiserne Türglocken – sie alle sind typische Elemente eines britischen Einrichtungsstils. Unersetzlich aber sind Chesterfield-Sofas und Chesterfield-Sessel. Ihre Erfindung geht zurück auf Philip Dormer Stanhope, 4. Earl of Chesterfield, dem das versunkene Sitzen in durchgesessenen Sitzmöbeln veranlasste, 1770 den Innendekorateur Robert Adam mit dem Bau stramm gepolsterter Sessel und Ledersofas zu beauftragen. Chesterfield-Sitzmöbel haben noch heute die umlaufenden Arm- und Rückenlehnen, das charakteristische Rautenmuster und die Knopfheftung. Der Chesterfield-Stil ist ein beinahe unentbehrliches und oft aufgegriffenes Element des modernen britischen Einrichtungsstils.

Ein schöner Kamin

Was ist britischer als das lodernde Feuer im Kamin? In beinahe allen europäischen Nationen waren im 17. Jahrhundert offene Kamine durch gekachelte Öfen ersetzt worden, nur die Briten hielten an ihren Kaminen fest. Die Hitze wurde zwar stets nur von vorne wahrgenommen, mit der Weiterentwicklung des Fauteuils zum Ohrensessel aber saß man seitwärts windgeschützt und genoss wohlige Wärme und Romantik pur. Besonders hochwertig sind die englischen Ohrensessel Winchester, die in renommierten Manufakturen aus bestem Leder angefertigt werden.
Das Gesamtensemble Wing Chair und offener Kamin nebst Rauchschlot sorgt für ein weiters typisches Dekorationselement des britischen Einrichtungsstils: Die Dekoration des Kaminsims wurde derart kultiviert, dass sie beinahe eine Philosophie für sich darstellt. Nur wenige Kaminbesitzer nutzen den Sims einfach als Ablagefläche, dagegen werden sie fast überall liebevoll mit Lieblingsfotos, alten Erbstücken, Souvenirs und diversen individuellen Petitessen dekoriert.

Paisley-Muster

Paisley ist eine Industriestadt in Schottland. Hier in den Lowlands und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Glasgow wurde das Paisleymuster erstmals verwendet. Es geht auf alte indische Muster aus der Kolonialzeit zurück, die von Paisleys Textilfabriken aus einen Siegeszug um die Welt antraten. Das dekorative Stoffmuster stellt Blätter mit gebogenen, spitz zulaufenden Enden dar und ist heute ein echter Designklassiker. Längst ist das Muster nicht mehr auf bestickte Kaschmirschals allein beschränkt, es ziert innerhalb des britischen Einrichtungsstils Vorhänge, Möbelbezüge, Plaids und Kissenhüllen, aber auch Kleidungsstücke und Geschenkpapier.

Foto: © BananaStock/Thinkstock

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