Drei-Liter-Haus – eine Alternative zum Passivhaus?

von Claudia - 4. Mai 2012, 9:17 Uhr

Knapper werdende Ressourcen, steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt und hohe Steuern haben die Energiepreise in den letzten Jahren explodieren lassen. Schwankte der Preis für ein Barrel Rohöl in den Neunzigern noch zwischen 20 US-$ und 35 US-$, kostet es aktuell bereits über 100 US-$. Zeit für Bauherren, sich über ein Niedrigenergiehaus Gedanken zu machen, oder sogar an ein Drei-Liter-Haus zu denken.

Thermostat auf Geld

© Thinkstock

Was ist ein Drei-Liter-Haus?

Ein Drei-Liter-Haus benötigt pro Jahr und Quadratmeter nicht mehr als die Energiemenge von drei Litern Heizöl zur Wärmeversorgung. Dieser Idealwert kann vom tatsächlichen Verbrauch etwas abweichen, da dieser auch vom Verhalten des Nutzers abhängig ist. Verglichen mit einem herkömmlichen Bauwerk verbraucht ein 3-Liter-Haus etwa zwei Drittel weniger Energie. Erreicht wird dies durch eine ausgeklügelte Bauweise, die vom Fraunhofer Institut für Bauphysik entwickelt und getestet wurde. Die zugrunde liegenden Energiestandards unterliegen dem markenrechtlichen Schutz und sind Eigentum des Fraunhofer Instituts.

Energieersparnis durch Wärmerückgewinnung

Jedes Heizsystem erzeugt eine große Menge an Abwärme, die bei herkömmlicher Bauweise ungenutzt in die Umgebung entweicht. Ist der Heizraum der wärmste Raum im ganzen Haus, so nützt dies den Bewohnern wenig. Im Drei-Liter-Haus (auch: Ultraniedrigenergiehaus) wird Abwärme als zusätzliche Energiequelle genutzt. Ein raffiniertes System von Frischluftzufuhr sorgt für die ideale Wärmeverteilung und macht zudem energieintensives Lüften durch geöffnete Fenster weitgehend unnötig. Weitere Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs sind die besonders starke Wärmedämmung sowie die ideale Ausrichtung des Hauses nach dem Stand der Sonne.

Wer die Energiekosten noch weiter senken möchte, kann auf das Konzept des Passivhauses setzen. Dieses benötigt nur noch etwa 1,5 l Heizöl (oder eine entsprechende Menge anderer Brennstoffe) pro Jahr und Quadratmeter. Die Baukosten sind jedoch empfindlich höher. Mein Tipp: Bauherren sollten in der Planungsphase sehr genau rechnen, wie lange es dauern wird, bis die Mehrkosten durch die Energieersparnis gedeckt sind und sich im Zweifelsfall lieber für die Errichtung eines Drei-Liter-Hauses entscheiden.

Kategorien: Allgemein - 1 Kommentar - Schlagwörter: , , , , ,

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 - Trackback: Trackback-URL

Bisher wurde einen Kommentar geschrieben.

  1. Sehr cooler Artikel. Ich hab die gleichen Erfahrung beim Bau gemacht: Passivhäuser sind zur Zeit noch unbezahlbar. Ich steh auch auf den Namen: Das 3-Liter-Haus 🙂 Wie beim Auto 😀